KI in der Hausarztpraxis — Wo Mara hilft (und wo nicht)
ChatGPT kann fast alles. Aber in der Hausarztpraxis braucht es eine KI, die DSGVO-fest ist, deine SOPs kennt und keine Fantasie-Antworten gibt. Warum wir Mara gebaut haben und wo sie heute wirklich Zeit spart.
KI in der Hausarztpraxis — Wo Mara hilft (und wo nicht)
"Können wir nicht einfach ChatGPT nehmen?" Das ist die häufigste Frage in Discovery-Calls. Verständlich — ChatGPT ist kostenlos, schnell und kann fast alles.
Die Antwort ist: ChatGPT ist großartig, aber in einer Hausarztpraxis hat es drei Probleme, die wir mit Mara gelöst haben.
Problem 1: DSGVO und Patient-Daten
ChatGPT (frei) trainiert auf Eingaben weiter. Das bedeutet: Wenn eine MFA "Patient Müller ist 73, hat Diabetes und Bluthochdruck, was empfiehlst du?" in ChatGPT eingibt, landen diese Daten potentiell im US-Trainings-Set. Das ist DSGVO-rechtlich nicht haltbar.
ChatGPT Enterprise löst das (kein Training auf User-Daten), kostet aber €25/User/Monat und braucht trotzdem AVV (Auftragsverarbeitungsvertrag) mit OpenAI.
Mara läuft auf Claude (Anthropic) mit Hosting in der EU, kein Training auf Eingaben, DSGVO-AVV inklusive. Wir blockieren außerdem aktiv die Eingabe von Patient-Daten — wenn eine MFA versucht "Patient mit Geburtsdatum 1952..." einzugeben, sagt Mara: "Lass uns keine Patient-Daten verwenden, ich helfe dir lieber mit allgemeinen Infos."
Problem 2: Quellen-Bindung
ChatGPT antwortet aus Trainings-Wissen. Wenn du fragst "Wie lange muss eine BU-Bescheinigung aufbewahrt werden?", bekommst du eine Antwort. Aber: Stand 2022. Oder Schweizer Recht. Oder erfundene Norm. Du musst es selbst prüfen.
Mara antwortet nur aus euren SOPs, Hygieneplänen, Notfallplänen — also aus euren eigenen Dokumenten. Wenn die Antwort nicht in euren Dokumenten steht, sagt Mara: "Dazu finde ich nichts in euren Dokumenten — bitte fragt Dr. Schneider."
Das macht Mara langsamer als ChatGPT bei allgemeinen Fragen — aber zuverlässig bei allem, was deine spezifische Praxis betrifft.
Problem 3: Voice-Mode
ChatGPT hat einen Voice-Mode. Aber: Du musst die App öffnen, einloggen, Mikrofon freigeben. In der Praxis-Realität (Sterilisation, Hände in Handschuhen, Patient im Wartezimmer) ist das zu langsam.
Mara hat einen Voice-Mode, der per Push-to-Talk in der PWA funktioniert — eine MFA sagt "Mara, wie ist die SOP für Blutabnahme?" und bekommt die Antwort vorgelesen. Kein Tippen, keine App-Wechsel.
Wo Mara heute in Pilot-Praxen wirklich hilft
Aus 4 Monaten Pilot-Daten — die 5 häufigsten Fragen an Mara:
- "Wie ist der Ablauf bei [Patient-Beschwerde X]?" — z.B. "Patient kommt mit
Verdacht auf Pneumonie, was machen wir?" Mara antwortet aus eurer SOP.
- "Wo finde ich [Dokument Y]?" — "Wo ist der aktuelle Hygieneplan?" Mara linkt
direkt.
- "Wann ist [Schulung Z] nochmal Pflicht?" — Mara kennt euren Schulungs-Plan.
- "Was muss ich beim CIRS eintragen?" — Mara führt durch das Formular.
- "Hilf mir mit der Triage-Frage." — Mara fragt strukturiert nach Symptomen,
schlägt Priorisierung vor (Achtung: das ersetzt KEINE ärztliche Triage — es ist eine strukturierte Vorbereitung für das Arzt-Gespräch).
Wo Mara NICHT hilft — und das ist wichtig
Wir haben in der Mara-Architektur bewusst Grenzen eingebaut:
- Keine Diagnose-Vorschläge. "Patient hat Schmerzen X, was hat er?" → Mara sagt:
"Diagnosen sind Sache der Ärzte. Ich kann dir helfen, die Symptome strukturiert für das Arztgespräch zu dokumentieren."
- Keine Medikations-Empfehlungen. Auch nicht für OTC-Produkte. Mara verweist auf
Arzt:in.
- Keine Patient-Auskünfte. "Was ist mit Patient Müller los?" → Mara hat keinen
Zugriff auf die Patientenakte. Das ist Absicht — Patient-Daten bleiben im PVS.
- Kein Schreiben offizieller Dokumente. Arztbriefe, Atteste, Bescheinigungen
schreibt Mara nicht. Das ist Arzt-Aufgabe.
Wie viel Zeit spart das?
Wir haben in einem 8-MFA-Pilot gemessen (4 Wochen, Mai 2026):
| Frage-Typ | Mit Mara | Ohne Mara | Ersparnis |
|---|---|---|---|
| SOP-Lookup | 12 Sek | 3-5 Min (Word suchen, scrollen) | ~4 Min |
| Schulungs-Erinnerung | 5 Sek | E-Mail-Suche, 2-5 Min | ~3 Min |
| CIRS-Eingabe-Hilfe | 90 Sek | "Wie war das nochmal" + nachfragen | ~5 Min |
| Triage-Vorbereitung | 60 Sek | längeres Patient-Gespräch | ~3-7 Min |
Bei ~40-60 Mara-Interaktionen pro Tag in einer 8-MFA-Praxis kommen ~3-4 Stunden Zeitersparnis pro Tag raus. Das ist nicht "die KI macht alles" — das ist "die KI übernimmt das Nachschlagen".
Wo wir nicht hingehen
Wir bauen Mara bewusst nicht als "alles-Bot". Nicht:
- ❌ Patient-Chatbot fürs Frontend (das macht euer PVS-Anbieter oder Doctolib besser)
- ❌ Termin-Buchung (das macht Doctolib oder Idana besser)
- ❌ Rezept-Vorschläge (Arzt-Aufgabe)
- ❌ Coding-Hilfe für Praxis-IT (Mara ist keine generelle KI, sie ist Praxis-spezifisch)
Bottom-Line
Eine gute Praxis-KI antwortet nur aus deinen Dokumenten, respektiert klare Grenzen und lässt sich freihändig bedienen. Wenn du genau das möchtest und nicht "die schlauste KI der Welt", ist Mara richtig für dich.
Wenn du eine super-generelle KI brauchst die alles kann — bleib bei ChatGPT Enterprise. Beide Tools haben ihren Platz.
Mara live ausprobieren — auf der Landing-Page ist eine kleine Demo-Version (ohne Praxis-Daten, nur generische Fragen).